tägliches Leben

Ausstieg durch das Fenster

Happy wollte unbedingt auf direktem Weg aus dem Haus und wählte den Weg durch das Fenster. Sie stieg auf einen Sessel, der vor dem Fenster stand und zwängte sich durch den schmalen Schlitz zwischen heruntergelassenem Rolladen und der Fensterbank.

Auch ein Fliegengitter konnte sie nicht abhalten. Bemerkenswert ist noch, dass sie keinen der vielen Gegenstände, die auf der Fensterbank standen, dabei herunterstieß.

In der Woche davor hatte sie in der Hundeschule noch gelernt durch einen Tunnel zu laufen.

Wesensveränderung

Happy scheint mir allmählich etwas ruhiger zu werden. Sie begrüßt uns zwar immer noch stürmisch, läßt dann aber früher von uns ab.

Sie hat sich einen neuen Platz zum Schlafen in der Küche neben dem Kühlschrank gesucht. Obwohl dort nur nackte Fliesen liegen, scheint sie sich hier wohl zu fühlen. Vielleicht sucht sie die Kühle der Fliesen.

Umgeben von Gerüchen und Speisen schläft sie dort mehrere Stunden.

Abends, wenn wir zu Bett gehen steht sie müde auf und geht auf Anweisung in ihr Körbchen, als wüsste sie schon was von ihr erwartet wird.

Auch wenn sie im Garten herum springt, hört sie auf ihren Namen und kommt, wenn man sie ruft. Lediglich von vorbeifahrenden Autos fühlt sie sich noch angezogen und meint parallel zur Straße bellend das Auto begleiten zu müssen. In dieser Situation hört sie auch noch nicht, kommt aber, wenn das Auto vorbeigefahren ist wieder zur Terrasse.

Ansonsten erkundet sie das Grundstück, stellt dabei aber nichts an.

Wenn wir mit dem Besen oder Staubsauger arbeiten, dann ist sie jedoch da. Der Besen scheint eine magische Anziehungskraft auf sie auszuüben. Laut bellend will sie dann aufgeregt ganz nahe sein, so dass ein normales Arbeiten nicht möglich ist. Wir müssen Sie dann wegsperren.

Insgesamt scheint sie sich besser anzupassen.

Schaeferhunde und Wasser

Bei Schäferhunden konnte ich verschiedene Erfahrungen machen. Unsere verstorbene Schäferhundhündin Asta scheute das Wasser und war gar nicht dazu zu bringen gebadet zu werden. Jedesmal war es ein besonderer Akt sie zu überzeugen und dann ließ sie es nur widerwillig über sich ergehen.

Unsere Happy ist da ganz anders. Von Anfang an mag sie Wasser. Gestern waren wir am Fluss spazieren. An einer seichten Stelle lief Sie ans Ufer und versuchte zu trinken. Obwohl das Ufer rutschig war und sie mehrmals ausrutschte, war sie sichtlich erregt und versuchte immer wieder ans Wasser zu kommen.

Sie biss richtig ins Wasser und begann am Ufer sitzend mit den Vorderpfoten im Wasser zu paddeln. Auch liebt sie Pfützen muss jedesmal drum herum geführt werden, damit sie nicht gleich hinein springt.

Happy reagiert auf das Fernsehen

Während unser Husky Fernsehen gar nicht zu registrieren schien und auch nicht auf Hundebellen im Fernsehen reagierte, handhabt Happy das ganz anders.

Sie ist ein echter Medienhund. Wenn andere Hunde im Fernsehen bellen, dann hört sie zuerst hin und beginnt dann auch zu bellen.

Sie scheint dabei auch das Fernsehbild zu beobachten. Nach kurzer Meldung zieht sie sich dann aber zurück und wird wieder ruhig.

Insgesamt reagiert unser Welpe (Bis zu welchem Alter spricht man eigentlich vom Welpen?) auf anderes Hundebellen auch im Garten durch eigenes Bellen.

Rasenmäher verbellen

Als ich gestern den Rasen mähen wollte, sprang Happy in voller Aufregung um den Rasenmäher herum. Als ich den Motor startete und diese laute Geräusche von sich gab, war ihre Aufregung kaum noch zu bremsen. Sie bellte den Rasenmäher ununterbrochen an.

Während des Mähens lief sie ständig um den Rasenmäher und mich herum und bellte dabei. Selbst als ich den Rasenmäher abstellte und ihn verließ blieb sie in dessen Nähe liegen und beobachtete ihn argwöhnisch noch eine ganze Weile.

Selbst durch freundliche Lockrufe war sie davon nicht abzuhalten.

Ich vermute der Lärm und die Abgase ließen den Rasenmäher für eine Zeit als lebendiges Wesen erscheinen, das in Happys Revier eingedrungen war. Für einen Schäferhundwelpen eine neue Erfahrung. Ich kann nur hoffen, das sich das laute Bellen zukünftig legen wird.

Tierische Neugierde

Happy hatt ihre verrückten 5 Minuten in denen sie immer äußerst aufgedreht ist. Sie stahl Pantoffeln, zerrte an Tischdecken und brachte viel Unruhe in den Raum.

Die Anwesenden wollten alle gleichzeitig das Schlimmste verhüten und die Befehle wie “Sitz” und “Platz” schallten fruchtlos durch den Raum. Happy ließ sich davon nicht beeindrucken.

Plötzlich stand sie mit den Vorderpüfoten auf dem Couchtisch auf dem ein Glas mit mehreren brennenden Kerzen stand. Die Katastrophe ahnend wurden die Verbotsrufe lauter. Vergeblich.

Happy schnüffelte an einer brennenden Kerze mit der Nase und zuckte gleich zurück. Sie hatte sich die Nase verbrannt. Ganz verdutzt saß sie für einen Moment da und fing dann in respektvoller Nähe an die Kerze laut anzubellen.

Wir stellten ihr Wasser hin zum Nase kühlen. Das nahm sie auch an. So hatte unser Welpe gelernt “Mit Feuer spielt man nicht.”

Spieltrieb

Happys’ liebstes Spielzeug ist – anders als man denken könnte – nicht etwa eines der Hunde-Beschäftigungs-Spielzeuge aus dem Zoofachmarkt, sondern eine ausgemusterte Nackenrolle, die sie sich vor der Entsorgung gerettet hat. Solange diese Nackenrolle in Bewegung bleibt, ist auch der Hund nicht fern, und begreift das Spielzeug wohl als “Beutetier” – dagegen ist auch nichts einzuwenden, lieber soll sie sich an einem Kopfkissen austoben als an meinen Hosenbeinen ;)

Sowieso ist momentan alles interessant, und nichts sicher: Kerzen auf dem Tisch genausowenig wie der Bergahorn im Garten, Rasenschnitt erfreut sich großer Beliebtheit, und Schrubber, Staubsauger und co. sind kaum mehr sinnvoll einsetzbar, weil sie sofort von Happy “gestellt” werden.

“Langweilige” Dinge, wie beispielsweise längere Strecken Gassi gehen hingegen führen momentan noch schnell zu Unmut, was sich in Happys’ Winseln und spontanem Setzen äußert.